Wirtschaftsfaktor Tourismus

Die Corona-Pandemie schränkt das Reisen seit Anfang 2020 im großen Stil ein. Gleichwohl ist unbestritten, dass die Reisewirtschaft ein Job- und Wachstumsmotor der besonderen Art ist. Eckwerte für 2019:

  • Jeder zehnte Arbeitnehmer weltweit arbeitet in der Reise- und Tourismusbranche.
  • In den letzten 15 Jahren ist der Tourismus doppelt so schnell gewachsen wie das Welt-BIP.
  • Die Ausgaben von Touristen in Schwellen- und Entwicklungsländern liegen viermal höher als die öffentliche Entwicklungshilfe aller Länder.
  • Auch in den EU-Mittelmeerländern stabilisiert der Tourismus die Volkwirtschaften – mit BIP-Anteilen von teilweise über 20 Prozent.

Die Corona-Krise und die damit verbunden Reiserestriktionen unterbrechen diese Erfolgsgeschichte. So wurden 2020 im Vergleich zum Vorjahr weltweit fast 70 Prozent weniger internationale Touristen gezählt. Für die Destinationen bedeutet das Einnahmeverluste von 4,5 Billionen US-Dollar, 62 Millionen Arbeitsplätze sind vorerst verloren gegangen.

Tourismus ist wirksamste Form der Entwicklungskooperation

Die Ausgaben von Touristen übertreffen die weltweite Entwicklungshilfe fast um das Vierfache – Tendenz stark steigend.


TUI: LIQUIDITÄT GESICHERT, TRANSFORMATION BESCHLEUNIGT

Wie die gesamte Branche trafen auch TUI die Auswirkungen massiv. Anfang 2020 rechnete das kerngesunde Unternehmen mit einem neuen Rekordjahr. Dann kamen der plötzliche Lockdown in den meisten Ländern der Welt und die globalen Reiserestriktionen – in der Folge stand zunächst die Stabilisierung des Konzerns im Fokus. Mit verzinsten KfW-Krediten, einem Stabilisierungspaket, einer Kapitalerhöhung und Wandelanleihen konnte die Liquidität erfolgreich gesichert werden. Zeitgleich hat der Konzern seine Kosten deutlich gesenkt und die bereits vor der Corona-Pandemie eingeleitete digitale Transformation massiv beschleunigt. TUI ist heute digitaler, effizienter und schlanker als je zuvor. Damit ist der Reisekonzern in der besten Ausgangslage, um die staatlichen Kredite plangemäß zurückzuzahlen und die TUI-Erfolgsgeschichte nach der Pandemie fortzuschreiben.


TUI – ein systemrelevanter Akteur

Für den Tourismus weltweit hat TUI eine große Bedeutung. Insgesamt beschäftigen wir aktuell 50.000 Menschen, rund 8.000 davon in Deutschland. Das Unternehmen ist vielerorts der größte private Investor und langfristiger strategischer Partner der Zielländer. Das gilt insbesondere für Regionen in Südeuropa und in Schwellen- und Entwicklungsländern wie den Kapverden. Gerade für den Neustart des Tourismus nach Corona ist TUI ein zentraler Partner, auch für mittelständische Unternehmen. So ist der Reisekonzern zum Beispiel der größte Provisionsgeber der deutschen Reisebüros und vermittelt mit seiner Online-Plattform TUI Musement Ausflüge von Zehntausenden Kleinstunternehmen in Destinationen weltweit. In den Urlaubsländern der Welt trägt TUI damit auch zur Stabilisierung der lokalen Tourismusinfrastruktur bei und stützt die kleinen und mittleren Tourismusunternehmen vor Ort. 


UN-Generalsekretär António Guterres über die Covid19-Pandemie und die Bedeutung des Tourismus


Wege in die Normalität eröffnen

Klar ist: Die Menschen wollen weltweit wieder reisen. So steigt die Buchungsdynamik massiv, sobald in bestimmten Regionen Reisebeschränkungen aufgehoben werden. Die Politik hat die verantwortungsvolle Aufgabe, nach fast eineinhalb Jahren Corona-Pandemie die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der Tourismus erholen und seine positive Wirkung entfalten kann. Zu den wichtigen Maßnahmen zählen:

  • Impfungen vorantreiben: Impfungen weisen den Weg aus der Pandemie. Sie schaffen damit dringend benötigte Perspektiven für viele Unternehmen und Hunderttausende Arbeitnehmer. Die Politik muss den Menschen hierzulande und in den Destinationen niedrigschwellige Angebote machen und sie zur Impfung motivieren.
  • Reiserestriktionen abbauen: Überzogene Reisebeschränkungen werden den Fortschritten in der Pandemiebekämpfung nicht gerecht. Geimpfte sollten ihre Freiheitsrechte zurückbekommen und frei reisen dürfen. Das gilt in besonderer Weise auch für junge Menschen, bei denen schwere Krankheitsverläufe glücklicherweise sehr selten auftreten. Kinder und Jugendlich sollten daher beim Reisen von Quarantäneauflagen befreit werden.
  • Einreise einheitlich regeln: Die Reisebeschränkungen gleichen innerhalb der EU einem Flickenteppich. Ziel sollte es sein, die Regelungen EU-weit zu vereinheitlichen, um endlich wieder ein Mindestmaß an Verlässlichkeit zu bieten – sowohl für Reisende als auch für Unternehmen. Dazu zählt auch die weltweite gegenseitige Anerkennung von digitalen Impfzertifikaten.