TUI BLUE hat das Angebot im Bereich neuroinklusives Reisen erweitert. Warum ist dieses Thema für die Hotelmarke so wichtig?
Julia Schwarplies, Global Product Manager TUI Hotels & Resorts: Bei TUI BLUE sind wir davon überzeugt, dass jeder Mensch einen entspannten und unvergesslichen Urlaub genießen sollte. Für einige Gäste, insbesondere für neurodivergente Menschen, können ungewohnte Umgebungen, Lärm und sensorische Reize zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Urlaub sollte Stress abbauen und nicht zusätzlichen Stress verursachen. Deshalb integrieren wir neuroinklusive Angebote zunehmend in das Gästeerlebnis ausgewählter Hotels und investieren kontinuierlich in praktische Lösungen, die dazu beitragen, dass sich Gäste während ihres gesamten Aufenthalts wohl, verstanden und unterstützt fühlen.
Welche Fortschritte hat TUI BLUE bislang erzielt?
Julia Schwarplies: In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Schritte unternommen, um unsere Hotels inklusiver zu gestalten. Dazu gehören die Einführung von Sensory Bags in allen TUI BLUE Kids Clubs, spezielle Schulungen für Kinderbetreuungs- und Gästeservice-Teams in Zusammenarbeit mit unserem Partner SENNIES sowie die Eröffnung eigener Sensory Rooms in ausgewählten Resorts.
In diesem Jahr hat TUI BLUE das Konzept der Sensory Rooms weiter ausgebaut. Was umfasst dies?
Julia Schwarplies: Nach der positiven Resonanz auf die ersten Sensory Rooms im TUI BLUE Nausicaa Beach auf Zypern und im TUI BLUE Aura auf Ibiza haben wir zusätzliche Räume im TUI BLUE Tropical und TUI BLUE Palm Garden in der Türkei, im TUI BLUE Bahia Feliz in Spanien sowie im TUI BLUE Aeneas Resort auf Zypern eröffnet.
Diese Bereiche bieten eine ruhige Umgebung mit wenigen Reizen, in der Gäste eine Auszeit von der lebhaften Umgebung nehmen, ihre Emotionen regulieren und einfach entspannen können. Sie verfügen über sorgfältig ausgewählte sensorische Elemente wie sanfte Beleuchtung, interaktive Ausstattung und Ruhezonen, die eine einladende und beruhigende Atmosphäre schaffen.
Eine der neuesten Ergänzungen ist ein so genannter Sensory Space ausschließlich für Erwachsene. Warum war das wichtig?
Julia Schwarplies: Wenn Menschen an sensorische Unterstützung denken, stehen häufig Kinder und Familien im Mittelpunkt. Neurodivergente Erwachsene können jedoch auf Reisen vor vielen der gleichen Herausforderungen stehen. Wir haben erkannt, dass einige Gäste nach einem geschützten Rückzugsort suchen, an dem sie abschalten, neue Energie tanken und einen Moment der Ruhe abseits der Hotelabläufe genießen können. Dafür steht den Gästen unterstützendes Equipment zur Verfügung, darunter Gewichtsdecken, individuell einstellbare Beleuchtung und Musik, Sensory-Kits mit Materialien wie Malbüchern sowie Yogamatten.
Die Einführung eines Sensory Space nur für Erwachsene im TUI BLUE Isla Cristina Palace in Spanien zeigt, wie sich unser Verständnis der Bedürfnisse unserer Gäste stetig weiterentwickelt. Indem wir unsere familienorientierten Angebote um spezielle Rückzugsräume für Erwachsene ergänzen, schaffen wir ein inklusiveres Urlaubserlebnis für Menschen in allen Lebensphasen.
Wie fällt das Feedback neurodivergenter Gäste bisher aus und welche nächsten Schritte sind für die Weiterentwicklung des Angebots von TUI BLUE geplant?
Julia Schwarplies: Das Feedback ist sehr positiv. Gäste und Familien haben uns berichtet, dass Angebote wie unsere Sensory Rooms, Materialien und speziell geschulte Teams einen spürbaren Unterschied für ihr Urlaubserlebnis gemacht haben. Viele haben hervorgehoben, dass ihnen ein ruhiger, speziell vorgesehener Rückzugsort hilft, Ängste zu reduzieren und ihnen die Sicherheit gibt, dass ihre Bedürfnisse verstanden und berücksichtigt werden.
Darüber hinaus arbeiten wir weiterhin eng mit Partnern, Expertinnen und Experten sowie unseren Hotelteams zusammen, um weitere Verbesserungen für das Gästeerlebnis zu identifizieren. Wir möchten zeigen, dass Inklusion nicht bedeutet, separate Erlebnisse zu schaffen. Es geht vielmehr darum, bessere Erlebnisse für alle Gäste zu ermöglichen. Indem wir unterschiedliche Bedürfnisse verstehen und Barrieren abbauen, können wir Urlaubserlebnisse schaffen, bei denen sich jeder wohl, unterstützt und willkommen fühlt.