Starkes Ergebnis im 1. Halbjahr mit einem bereinigten EBIT von
-111 Millionen Euro, eine Verbesserung von 45 Millionen Euro im Jahresvergleich trotz Mehrbelastungen im Mittleren Osten
TUI mit starkem bereinigten EBIT im in der Tourismusbranche traditionell schwächeren 2. Quartal in Höhe von -188 Millionen Euro (+19 Millionen Euro gegenüber Vorjahr) trotz Einmalbelastungen infolge des Iran-Krieges (-40 Millionen Euro), Umsatz steigt um 1,3 Prozent
Urlaub weiter hohe Priorität: 12,8 Millionen Gäste (+0,2 Millionen) verbrachten im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres ihren Urlaub mit der TUI
Tendenz zur kurzfristigen Nachfrage für Sommerbuchungen 2026 bleibt
Dynamische Rahmenbedingungen angesichts geopolitischer Herausforderungen erfordern hohe Flexibilität
Im April korrigierter Ausblick für das Geschäftsjahr bestätigt
Vorstandsvorsitzender Sebastian Ebel: „TUI wächst das vierzehnte Quartal in Folge im operativen Ergebnis. Die kontinuierliche Entwicklung des Konzerns spiegelt sich darin wider. Das sehr gute Ergebnis gibt uns Zuversicht für das 2. Halbjahr. Es wird aufgrund der geopolitischen Herausforderungen und dynamischen Rahmenbedingungen hohen Einsatz und Flexibilität erfordern. Unser Fokus liegt auf differenzierten Produkten. Unsere Transformation schreitet erfolgreich voran: Künstliche Intelligenz sehen wir als Chance für die Reise- und Tourismusindustrie. Wir nutzen sie heute schon konzernweit.“
Hannover, 13. Mai 2026: Der internationale Tourismuskonzern TUI legt heute die Halbjahresbilanz vor. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfeldes, konjunkturellen Herausforderungen sowie der kriegerischen Auseinandersetzungen im Mittleren Osten war das 1. Halbjahr sehr erfolgreich für die TUI. Der kürzlich korrigierte Ausblick für das Gesamtjahr wurde heute in Hannover bestätigt.
„TUI wächst das vierzehnte Quartal in Folge im operativen Ergebnis. Der kontinuierliche Umbau des Konzerns spiegelt sich darin wider. Das sehr gute Ergebnis gibt uns Zuversicht für das 2. Halbjahr. Es wird aufgrund der geopolitischen Herausforderungen und dynamischen Rahmenbedingungen hohen Einsatz und Flexibilität erfordern. Wir bieten unseren Kunden ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität, gerade in stürmischeren Zeiten. Die Pauschalreise bleibt der Goldstandard.
Unser Fokus liegt auf unseren differenzierten Produkten mit ihren starken Marken. Das ist unsere Stärke – von der Buchung über das Hotel bis zum Erlebnis vor Ort. Durch die neue Aufstellung mit einem gesamtverantwortlichen COO können die Synergien – differenzierte Produkte für unseren Vertrieb und ein starker Vertrieb für eine optimale Auslastung unserer Assets – noch konsequenter umgesetzt werden.
Künstliche Intelligenz sehen wir als Chance für die Reise- und Tourismusindustrie. Wir nutzen sie heute schon konzernweit. Wir bieten unseren Kunden ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität, gerade in stürmischeren Zeiten. Die Pauschalreise bleibt der Goldstandard. Von der strategischen Weiterentwicklung der Geschäftsfelder bis in die operative Praxis: Bei TUI gilt KI nicht als Tool sondern als Way of Working, sie ist integraler Bestandteil der Produktentwicklung, die sowohl die Effizienz erhöht, Kundennähe fördert und vor allem den Service noch besser und schneller macht sowie zusätzliche Vertriebswege ermöglicht. Wir kooperieren zum Beispiel mit Google und ChatGPT und bieten in unserer App KI-Dialogfunktionen an. Digitale Services, KI und persönliche Beratung im Reisebüro ergänzen sich,“ sagte Sebastian Ebel, TUI Group Vorstandsvorsitzender.
Mathias Kiep, TUI Group Finanzvorstand: „Unser starkes Ergebnis im ersten Halbjahr zeigt, dass wir die finanziellen Belastungen aus dem Iran-Krieg und dem Hurrikan Melissa in Jamaika erfolgreich kompensieren können. TUI ist resilient aufgestellt. Wir schauen trotz aller Herausforderungen in der Welt zuversichtlich auf das zweite Halbjahr.“
Entwicklung des 1. Halbjahres und des 2. Quartals 2026 in den Geschäftsbereichen Urlaubserlebnisse (Hotels & Resorts, Kreuzfahrten, TUI Musement) sowie Märkte + Airline (Reiseveranstalter, Airline)
Mit Blick auf das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 verbesserte TUI das bereinigte EBIT um 45 Millionen Euro auf -111 Millionen Euro (Vorjahr: -155,9 Millionen Euro) trotz der Mehrbelastungen.
Grundlage dafür war nach einem starken ersten Quartal auch ein starkes zweites Quartal. Trotz der Belastung durch den Iran-Krieg (40 Millionen Euro) und den Hurrikan Melissa in Jamaika (5 Millionen Euro) in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro allein in diesem Quartal, verbesserte sich das bereinigte EBIT in der Periode von Januar bis März 2026 auf Konzernebene um 8,9 Prozent auf -188 Millionen Euro (Vorjahr: -206,8 Millionen Euro). Diese Verbesserung war getrieben durch die erfolgreiche Transformation im Geschäftsbereich Märkte + Airline sowie eine starke Nachfrage bei den Kreuzfahrtangeboten von TUI.
Der Geschäftsbereich Urlaubserlebnisse (Hotels & Resorts, Kreuzfahrten und TUI Musement) erzielte im 2. Quartal ein bereinigtes EBIT in Höhe von 176,0 Millionen Euro (Vorjahr: 172,3 Millionen Euro). Das entspricht einem Ergebnis nahezu auf Vorjahresniveau – und das in einem geopolitisch herausfordernden Umfeld. Ohne die bereits erwähnten Belastungen im Mittleren Osten wäre das bereinigte EBIT um 20 Millionen Euro besser. Ein wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung im Geschäftsbereich Urlaubserlebnisse ist die starke Nachfrage im Reisevertrieb nach differenzierten Angeboten von TUI Kreuzfahrten.
Das Segment Hotels & Resorts verzeichnete im 2. Quartal ein stabiles Ergebnis auf dem Niveau des starken Vorjahresquartals. Die Auswirkungen des Hurrikans in Jamaika sowie eine schwächere Nachfrage nach Mexiko konnten kompensiert werden. Das bereinigte EBIT stieg leicht um 0,3 Prozent auf 103,0 Millionen Euro. Bereinigt um den Effekt durch den Hurrikan verbesserten sich die Durchschnittsraten um 2 Prozent. Ebenfalls bereinigt um den Jamaika-Effekt stieg die Auslastung um 1 Prozentpunkt auf 79 Prozent.
Das Segment Kreuzfahrten setzte die starke operative Entwicklung auch im 2. Quartal 2026 ungeachtet der Auswirkungen des Konflikts im Mittleren Osten fort. Die Nachfrage in den beiden für das Segment relevanten Märkten Großbritannien und Deutschland ist ungebrochen. Das bereinigte EBIT lag bei 80,3 Millionen Euro inklusive der Belastungen in Höhe von 20 Millionen Euro aus dem Iran-Krieg. Im gesamten 1. Halbjahr 2026 konnte das Segment Kreuzfahrten sein bereinigtes EBIT um 25,9 Prozent auf 163,5 Millionen Euro verbessern, was die starke Nachfrage nach Kreuzfahrten sowie die starke operative Entwicklung nachhaltig unterstreicht. Bereinigt um den Iran-Effekt wäre die Auslastung um 1 Prozentpunkt auf 98 Prozent gestiegen. Inklusive des Iran-Effekts blieb die Auslastung mit 93 Prozent (Vorjahr: 97 Prozent) auf einem hohen Niveau. Die Durchschnittsrate über alle Kreuzfahrtmarken verbesserte sich ungeachtet des Iran-Krieges um 2 Prozent auf 223 Euro und auch die verfügbaren Passagiertage entwickelten sich positiv (+10 Prozent) auf 2,9 Millionen.
TUI Musement konnte sein Ergebnis vom Vorjahr eindrucksvoll bestätigen. Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2026 wurden 1,6 Millionen Erlebnisse verkauft, was einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Ebenfalls konnte die Zahl der Transfers leicht um 1 Prozent auf 4 Millionen erhöht werden. Das bereinigte EBIT des Segments verbesserte sich im traditionell schwächeren 2. Quartal um starke 39,7 Prozent auf -7,3 Millionen Euro.
Im Geschäftsbereich Märkte + Airline (Reiseveranstalter, Vertrieb und TUI Airline) zeigt die strategische Transformation positive Ergebnisse und sorgte für einen Anstieg des bereinigten EBIT im 2. Quartal um 7,0 Prozent auf -339,5 Millionen Euro. Das gute Ergebnis im traditionell negativen Quartal ist auf operative Effizienz-Verbesserungen sowie auf eine reduzierte Kostenbasis zurückzuführen. Dabei konnte die Belastung von 20 Millionen Euro durch den Iran-Krieg im Bereich Märkte + Airline kompensiert werden.
Der Geschäftsbereich profitierte in einem wettbewerbsintensiven Umfeld von der anhaltenden Nachfrage nach differenzierten Produkten und nach dynamisch paketierten Reisen. Hier war ein Anstieg von 12 Prozent auf 0,5 Millionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Auch der Anteil der Verkäufe über die TUI App legte stark um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. So machten die App-Verkäufe im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2026 bereits 11,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In der Region Zentral mit den Veranstaltern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen lag das bereinigte Ergebnis im 2. Quartal bei -104,6 Millionen Euro (Vorjahr: -98,2 Millionen Euro). In der Region Nord mit Großbritannien, Irland und den nordischen Ländern lag das bereinigte Ergebnis im 2. Quartal bei -157,5 Millionen Euro (Vorjahr: -182,1 Millionen Euro). Das bereinigte EBIT der Region West mit den Niederlanden, Belgien und Frankreich lag im 2. Quartal bei -77,3 Millionen Euro (Vorjahr: -84,6 Millionen Euro).
Erwartungen für das 2. Halbjahr: Starke Nachfrage im Geschäftsbereich Urlaubserlebnisse, kurzfristiges Buchungsverhalten im Geschäftsbereich Märkte + Airline
Die bisherigen Buchungen für das 2. Halbjahr im Geschäftsbereich Urlaubserlebnisse mit den eigenen Marken bei Hotels und Kreuzfahrten sowie dem wachsenden Geschäftsfeld von Erlebnissen und Aktivitäten zeigen ungeachtet der geopolitischen Herausforderungen eine positive Nachfrage, unterstützt durch höhere Durchschnittspreise im 2. Halbjahr.
Im Segment Hotels & Resorts liegt die aktuell gebuchte Auslastung noch 6 Prozentpunkte niedriger als im Vergleichszeitraum, was auch auf die Verlagerung der Nachfrage weg von Destinationen im östlichen Mittelmeer hin zu Destinationen im westlichen Mittelmeer zurückzuführen ist. Der Ausblick bei den Raten im 2. Halbjahr ist mit +4 Prozent positiv. Im Segment Kreuzfahrten machte sich temporär bemerkbar, dass die Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 zu Beginn des 3. Quartals von April bis Mitte Mai nicht eingesetzt werden konnten. Die Zahl der verfügbaren Passagiertage bei den Kreuzfahrten liegt bei +6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum, unterstützt von der Indienststellung der Mein Schiff Flow ab Mitte Juni 2025. Bereinigt um die abgesagten Reisen der Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 steigt die Auslastung um 1 Prozentpunkt. Die Tagesrate liegt bei +3 Prozent gegenüber dem 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2025.
TUI Musement profitiert auch im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 von einer starken Nachfrage nach eigenen, differenzierten Produkten und erwartet einen Buchungsanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Anzahl der Transfers ist im 2. Halbjahr im Einklang mit unseren Annahmen für Märkte + Airline.
Im Geschäftsbereich Märkte + Airline ist mit Blick auf den Sommer 2026 aufgrund der Auswirkungen des Iran-Krieges derzeit ein verändertes Buchungsverhalten der Verbraucher zu spüren. Unsere Zahlen und der gesamte Markt zeigen den Trend hin zu einem starken kurzfristigen Buchungsverhalten und insbesondere in die westlichen Mittelmeerländer. Wie im vergangenen Jahr haben knapp die Hälfte der Verbraucher, die eine Urlaubsreise planen, für diese Saison bislang noch nicht gebucht. Zusätzlich verlagert sich die Nachfrage von Destinationen im östlichen Mittelmeer hin zu Destinationen im westlichen Mittelmeer. Spanien, inklusive Balearen und Kanaren, aber auch Griechenland werden die beliebtesten Destinationen dieses Sommers sein.
Aktuell ist mehr als die Hälfte der verfügbaren Kapazität für den Sommer verkauft. Der Fokus liegt ungeachtet der Herausforderungen durch den Iran-Krieg auf dem Wachstum von differenzierten Produkten sowie von dynamisch zusammengestellten Reisen. Die Auslastung der eigenen Asset-Kapazitäten ist die Priorität. Dieser Ansatz wird durch unsere Programme zur Kostenreduktion und Effizienzverbesserung unterstützt. Gleichzeitig sollen höhere Durchschnittspreise dazu beitragen, das erhöhte Kostenniveau teilweise zu kompensieren.
Ausblick für das Gesamtjahr 2026
TUI hält an ihrer erfolgreichen Strategie fest. Die im April angepasste Prognose basiert auf dem aktuellen Buchungsumfeld für die Sommersaison, der Erwartung, dass es zu keiner wesentlichen Verschärfung der geopolitischen Spannungen kommt und, dass die Treibstoffversorgung gesichert ist. Die starke Finanzposition und die robuste Bilanz des Konzerns sichern die Position, um auf das aktuelle Marktumfeld reagieren zu können und die strategische Transformation fortzusetzen. Auf dieser Grundlage hat TUI ihren angepassten Ausblick vom 22. April für das Geschäftsjahr 2026 bei konstanten Wechselkursen heute bestätigt:
- TUI setzt die Umsatzprognose vorübergehend aus (bisherige Prognose: +2 bis +4 Prozent; GJ 2025: 24,2 Milliarden Euro).
- Der Konzern erwartet ein bereinigtes EBIT für das Geschäftsjahr 2026 in einem Bereich von 1,1 und 1,4 Milliarden Euro mit der Ambition, annähernd das Vorjahresniveau zu erreichen (bisherige Prognose: +7 bis +10 Prozent; GJ 2025: 1,4 Milliarden Euro).
Alle genannten Zahlen bei konstanten Wechselkursen.