
Die Bundesregierung hat Mitte Juni ihre nationale Luftfahrtstrategie veröffentlicht. Zwar setzt das Leitbild, Deutschland als führende Luftfahrtnation zu positionieren, ein wichtiges Signal. Gleichzeitig bleibt die Strategie in wesentlichen Teilen zu unkonkret: Die schwerwiegende Krise des heimischen Luftverkehrs wird nicht ausreichend thematisiert. Eine Analyse der Ursachen fehlt, ebenso konkrete Schritte, um den Standort zu stärken. So wird die Strategie ihrem eigenen Anspruch noch nicht gerecht.
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Im Gegensatz zu anderen Fluggesellschaften hält TUI seine Flugkapazitäten ab Deutschland stabil, kämpft aber mit unzumutbaren Rahmenbedingungen. Im Schulterschluss mit den Luftverkehrsverbänden fordern wir die Halbierung der regulatorischen Belastungen, um Deutschlands Luftverkehr wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Das Entlastungsvolumen beläuft sich auf annähernd zwei Milliarden Euro. Wichtig: Mit einer entsprechenden Entlastung gehen staatliche Mehreinnahmen in anderen Bereichen einher. So wäre mit der „Rückkehr“ bereits ins Ausland verlagerter Flugzeuge ein Wertschöpfungsplus von bis zu vier Milliarden Euro zu erwarten.
Unverständlich ist zudem, dass die Luftfahrtstrategie den Tourismus – der 3,7 Prozent der deutschen Wertschöpfung erzeugt und 2,7 Millionen Arbeitsplätze sichert – nahezu unerwähnt lässt. Dabei leidet der Sektor unter den herrschenden Rahmenbedingungen in besonderer Weise. Klar ist: Nur wettbewerbsfähige Standortkosten sichern Konnektivität, Arbeitsplätze und bezahlbares Reisen für alle. Die Luftfahrtstrategie sollte zeitnah mit konkreten Maßnahmen nachgebessert werden.