Während im H1 des Geschäftsjahres 2026 eine starke operative Verbesserung erzielt wurde, schränken der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sowie die Unsicherheit über seine Dauer die kurzfristige Visibilität weiterhin ein und führen zu einer erhöhten Zurückhaltung der Kunden.
Vor diesem Hintergrund ist es unsere Ambition, ein bereinigtes EBIT (zu konstanten Wechselkursen) annähernd auf dem Vorjahresniveau von 1,4 Mrd. € zu erreichen, unterstützt durch die Effekte der Transformation sowie das Wachstum im Kreuzfahrtgeschäft. Vorbehaltlich der Erholung in den einzelnen Märkten, passt der Konzern seine Prognose (zu konstanten Wechselkursen) an und erwartet nun ein bereinigtes EBIT für das Geschäftsjahr 2026 zwischen 1,1 Mrd. € und 1,4 Mrd. € (bisherige Prognose: +7–10%; GJ 2025: 1.413Mio. €). Gleichzeitig setzt TUI die Umsatzprognose, bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren, vorübergehend aus (bisherige Prognose: +2–4 %; GJ 2025: 24,2 Mrd. €).
Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten Ende Februar hat TUI im März erfolgreich rund 10.000 Gäste zurückgebracht, darunter etwa 5.000 Passagiere der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 sowie rund 5.000 Gäste aus europäischen Quellmärkten; zusätzlich wurden etwa 1.500 Crewmitglieder ausgeflogen.
Infolge der Kampfhandlungen mussten Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 in den Häfen von Abu Dhabi bzw. Doha bleiben; sämtliche Reisen dieser Schiffe wurden bis Mitte Mai 2026 abgesagt. Am 19. April 2026 konnten beide Schiffe während einer Unterbrechung der Kampfhandlungen nach entsprechender Koordination und Genehmigung durch die zuständigen Behörden den Persischen Golf sicher verlassen. Beide Schiffe nehmen ab Mitte Mai ihre Routen der Sommersaison im Mittelmeer auf. Die Buchungsentwicklung für die übrige Flotte von TUI Cruises sowie Marella Cruises ist nach einer sehr positiven Wave Season weiterhin von einem anhaltend starken Buchungsumfeld geprägt.
In den Segmenten Märkte + Airline sowie Hotels & Resorts hat die geopolitische Lage zu einer teilweisen Verschiebung der Kundennachfrage vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum geführt. Zugleich zeigen Kunden eine erhöhte Zurückhaltung und buchen kurzfristiger. In der Folge liegt der gebuchte Umsatz im Segment Märkte + Airline für den Sommer 2026 derzeit um -7% unter dem Vorjahr[1], während sich die gebuchte Hotelauslastung für das zweite Halbjahr auf -7% unter dem Vorjahr[2] abgeschwächt hat. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf seit Ausbruch des Irankriegs rückläufige Buchungen für die Türkei, Zypern und Ägypten sowie auf die Nachwirkungen des Hurrikans in der Karibik zurückzuführen.
Zum 15. April 2026 hat TUI 83% des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 sowie 62% für den Winter 2026/27 abgesichert. Für das Kreuzfahrtgeschäft von TUI sind über 80% der Energiekosten für das GJ 2026 abgesichert.
Trotz des volatilen geopolitischen Umfelds ist TUI weiterhin gut positioniert. Die starke Finanzposition und die robuste Bilanz des Konzerns schaffen die erforderliche Flexibilität, um auf das aktuelle Marktumfeld reagieren zu können und die strategische Transformation fortzusetzen. Die Prognoseanpassung basiert auf dem aktuellen Buchungsumfeld und geht von stabilen geopolitischen Rahmenbedingungen sowie gesicherter Treibstoffversorgung aus. Der Vorstand beobachtet weiterhin die Entwicklungen und deren potenzielle Auswirkungen.
[1] Buchungsstand vom 19. April 2026. Eingeschlossen sind sämtliche Buchungen für fest eingekaufte und Pro-Rata-Kapazitäten
[2] Buchungszahlen für das H2 des Geschäftsjahres 2026 im Vergleich zu den Buchungszahlen für das H2 des Geschäftsjahres 2025. Stand 12. April 2026