28. Mai 2024

Jugend in Europa: Europäisch, demokratisch – aber kritisch

TUI Stiftung stellt aktuelle Jugendstudie in Berlin vor

Heute hat die TUI Stiftung in Berlin ihre aktuelle Jugendstudie vorgestellt. Hier sind einige der wichtigsten Ergebnisse:

  • Junge Menschen in Europa haben die Errungenschaften und Werte der Europäische Union (EU) und der Demokratie verinnerlicht und schätzen sie. Gleichzeitig sehen sie deutliche Schwächen und Probleme.
  • Mehr als die Hälfte der jungen Europäerinnen und Europäer finden, dass die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU „eine gute Sache“ ist. 39 Prozent sagen, dass die Verbindungen zwischen den EU-Ländern enger werden sollen.
  • Wahlen und Demonstrationen sind für junge EU-Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Mittel, um politischen Einfluss auszuüben.
  • Jedoch fühlt sich nur knapp ein Fünftel durch das Parlament des eigenen Landes und durch das EU-Parlament stark oder sehr stark repräsentiert.
  • Als das wichtigste Problem der EU sehen junge Menschen das Thema Migration, vor dem Klimawandel.
  • Als die wichtigste Errungenschaft der EU sehen die 16 bis 26jährigen die Reisefreiheit.

Um die Lebenswelt, Identität(en) und Einstellungen junger Europäer gegenüber Europa besser zu verstehen, beauftragt die TUI Stiftung seit 2017 einmal im Jahr das internationale Meinungsforschungsinstitut YouGov mit einer Befragung junger Menschen – dieses Jahr wurde in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen und Spanien fast 6000 junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren online befragt.

Dazu der Stiftungsvorsitzende Thomas Ellerbeck: „Junge Menschen stehen zu Europa und zur Demokratie. Es sind die grundlegenden Freiheiten und Werte Europas, die sie als die wichtigsten Errungenschaften der EU sehen: Reisefreiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Die Zustimmung zu den Stärken der EU ist bei jungen Menschen deutlich ausgeprägter als zu ihren Schwächen. 53 Prozent der Befragten sehen große Stärken, 41 Prozent sehen große Schwächen“, sagt Thomas Ellerbeck, Vorsitzender der TUI Stiftung.

Laut Studie der TUI Stiftung fühlen sich nur 17 Prozent der Befragten durch das Europaparlament stark oder sehr stark vertreten (in Deutschland 19 Prozent). Auf nationaler Ebene sieht es ähnlich aus: Auch hier sind es im Durchschnitt nur 17 Prozent, in Deutschland 23 Prozent, die sagen, „das Parlament vertritt mich stark oder sehr stark“.

„Drei Viertel der jungen Europäerinnen und Europäer sehen Wählen als Bürgerpflicht. Mehr als zwei Drittel von ihnen betrachten die Wahlen als ein effektives Mittel für politische Veränderung, deutlich mehr als im Vorjahr. Und gleichzeitig fühlen sich nur 17 Prozent der jungen Menschen durch das EU-Parlament oder ihre nationalen Parlamente vertreten. Es besteht eine kritische Repräsentationslücke. Diese bedroht die Legitimität der EU bei denjenigen, die doch ihre Zukunft sind. Deshalb bleiben Information und Aufklärung in und außerhalb der Schulen weiterhin ein wichtiges Element politischer Bildungsarbeit“, sagt die Geschäftsführerin der TUI Stiftung, Elke Hlawatschek.

Großer Unmut herrscht bei den jungen Europäern und Europäerinnen mit Blick auf den Zustand der Demokratie im eigenen Land. Nur knapp ein Viertel (23 Prozent) zeigt sich (eher) zufrieden. Deutschland ist hier eine Ausnahme: Hier sind es vier von zehn (42 Prozent).

Im eigenen Land nehmen junge Menschen große gesellschaftliche Spannungen vor allem zwischen politisch links und rechts stehenden und zwischen reichen und armen Menschen wahr. Knapp jeder zweite Befragte beobachtet im eigenen Land demokratiefeindliches Verhalten (49 Prozent). In Deutschland ist es über die Hälfte der Befragten (55 Prozent), in Griechenland sogar 67 Prozent. Vier von zehn Befragten geben an, die Demokratie in ihrem Land sei in Gefahr.

„Die demokratische Staatsform wird mit Stärken und Schwächen in der Umsetzung wahrgenommen. Es gibt ein stabiles Wertefundament, jungen Europäerinnen und Europäern ist es nicht egal, in welchem System sie leben – ob in einer Demokratie oder Autokratie. Sie denken nicht in Lagern, sondern eher pragmatisch, nüchtern und kritisch. Die eher flexible politische Einstellung macht es den Parteien schwierig, klare Angebote zu bieten“, sagt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thorsten Faas von der FU-Berlin, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

Über die TUI Stiftung: Die TUI Stiftung fördert und realisiert Projekte rund um das Thema „Junges Europa“. Ihr Ziel ist es, den Europagedanken zu stärken. Deshalb investiert sie langfristig in regionale, nationale und internationale Projekte mit den Schwerpunkten Bildung, Ausbildung sowie individuelle und berufliche Entwicklung. Sie hat ihren Sitz in Hannover und ist als eigenständige und unabhängige Stiftung dem Gemeinwohl verpflichtet.


Über die TUI Group

Die TUI Group ist ein weltweit führender Touristikkonzern und weltweit aktiv. Sitz des Konzerns ist Deutschland. Die Aktie der TUI notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörsen, im regulierten Markt der Niedersächsischen Börse zu Hannover sowie an der Londoner Wertpapierbörse. Der TUI Konzern bietet für seine 19 Millionen Kunden integrierte Services aus einer Hand und bildet die gesamte touristische Wertschöpfungskette unter einem Dach. Zum Konzern gehören über 400 Hotels und Resorts mit PremiumMarken wie RIU, TUI Blue und Robinson und 16 eigene Kreuzfahrtschiffe, von der MS Europa und der MS Europa 2 in der Luxusklasse und Expeditionsschiffen der HANSEATIC-Klasse bis zur Mein Schiff-Flotte der TUI Cruises und Kreuzfahrtschiffen bei Marella Cruises in Großbritannien. Zum Konzern zählen außerdem europaweit führende Veranstaltermarken und Online-Vermarktungsplattformen zum Beispiel für Nur-Hotel- oder Nur-Flug-Angebote, fünf Fluggesellschaften mit mehr als 130 modernen Mittel- und Langstreckenflugzeugen und rund 1.200 Reisebüros. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts mit Hotels, Kreuzfahrten über erfolgreiche Joint Ventures und Aktivitäten in den Urlaubsdestinationen setzt die TUI verstärkt auf den Ausbau digitaler Plattformen. Der Konzern wandelt sich zu einem globalen touristischen Plattformunternehmen.   

Die globale Verantwortung für nachhaltiges wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln ist Kern unserer Unternehmenskultur. Die von TUI initiierte TUI Care Foundation setzt mit Projekten in 25 Ländern auf die positiven Effekte des Tourismus, auf Bildung und Ausbildung sowie die Stärkung von Umwelt- und Sozial-Standards. Sie unterstützt so Urlaubsdestinationen in ihrer Entwicklung. Die weltweit tätige TUI Care Foundation initiiert Projekte, die neue Chancen für die kommende Generation schaffen.