Hannover, 29. September 2011

TUI Zukunftsinitiative GET 2015 startet

Ziele: Zukunftsfähigkeit sichern, Marktführerschaft ausbauen

Wachstum durch neue Hotelkonzepte und neuartigen Online-Marktplatz – Mehr Effizienz durch differenzierte Marktbearbeitung und mehr Automatisierung im Produktionsprozess - Reorganisation: Abbau von Arbeitsplätzen, Abschaffung der Geschäftsbereichsleiter-Ebene

TUI Deutschland hat mit der Umsetzung ihres Strategie- und Wachstumsprogramms GET 2015 begonnen. Bis 2015 will Deutschlands führender Reise­veranstalter seine Marktführerschaft ausbauen und die Umsatzrendite weiter steigern. Dazu setzt TUI auf stärkeres Wachstum durch neue exklusive Hotels und einen gezielten Ausbau des Online-Geschäfts, aber auch auf mehr Effizienz durch eine deutlich differenziertere Marktbearbeitung und einen höheren Automatisierungsgrad in Teilbereichen des Geschäfts. In diesem Rahmen wird, wie bereits angekündigt, ein Stellenabbau notwendig.

Dr. Volker Böttcher, CEO TUI Deutschland: „Der Reisemarkt wandelt sich derzeit fundamental und mit rasanter Geschwindigkeit. Unser Zukunftsprogramm GET 2015 ist die strategische Antwort der TUI auf diese Entwicklung. Mit unserer Zukunftsinitiative wollen wir unsere führende Marktposition in Deutschland nachhaltig absichern und ausbauen. Dazu müssen und werden wir unser Wachstum beschleunigen und gleichzeitig unsere Ertragskraft steigern. Den im Rahmen der Reorganisation leider unvermeidbaren Verlust von Arbeitsplätzen werden wir gemeinsam mit dem Betriebsrat so sozialverträglich wie möglich gestalten.“

Neuer Online-Marktplatz

Ein wesentlicher Wachstumshebel ist der Ausbau des Internetgeschäfts. „Wichtigste Maßnahme ist dabei der Aufbau eines branchenweit einzigartigen Online-Marktplatzes“, kündigte TUI Deutschland-Chef Böttcher an. Als besonderes Angebot sollen dabei Online- und Offline-Welt umfänglich verzahnt werden. Mit dem neuem Marktplatz will sich TUI auch im Internetgeschäft in der Spitze etablieren. Weitere Details sollen gegen Ende des Jahres veröffentlicht werden, der Start ist für das erste Quartal 2012 vorgesehen. Auch der stationäre Vertrieb wird gestärkt: Das Expansionsprogramm zur Übernahme besonders umsatzstarker Reisebüros soll fortgesetzt werden.

Vertrieb orientiert sich noch stärker an Kundenbedürfnissen

Zentrales Merkmal der Zukunftsinitiative GET 2015 ist eine deutlich differenziertere Marktbearbeitung. „Wir wollen künftig nicht mehr jedes neue Hotel einkaufen, nicht alle Produkte gleichermaßen in unseren Katalogen vermarkten und immer und überall den gleichen Service anbieten. Vielmehr werden wir beim Produkteinkauf, bei unseren Serviceleistungen und in der Vermarktung deutlich zielgerichteter vorgehen, quasi Marktbearbeitung mit der Pipette statt mit der Gießkanne“, so Böttcher.

Damit antwortet TUI auf die zunehmende Polarisierung des Marktes. Er splittet sich zunehmend auf in einen schrumpfenden, ausschließlich preisgetriebenen Reise­markt auf der einen Seite und eine wachsende Nachfrage nach modernen, ziel­gruppengenauen Urlaubsangeboten auf der anderen Seite.

Entsprechend setzt Deutschlands führender Reiseveranstalter künftig im Bereich Mittelstrecke auf zwei eigenständige Geschäftsmodelle. Ein Teil der Organisation konzentriert sich künftig ausschließlich auf die Entwicklung und Vermarktung margenstarker, exklusiver Hotels. Nach den Marken Sensimar, Best Familiy und Puravida wird TUI in wenigen Wochen zur Buchungsfreigabe für den Sommer 2012 das nächste neue Konzept vorstellen. Bis 2015 soll die Zahl der zielgruppen­spezifischen Hotels von 41 auf 136 steigen. „Den Hotels, die punktgenau die Bedürfnisse einer bestimmten Urlauber-Zielgruppe bedienen, gehört die Zukunft“, sagte Böttcher.

Auf den großen Markt der preisorientierten Kunden ausgerichtet ist künftig das zweite Geschäftsmodell von TUI Deutschland. In diesem Segment will TUI Deutschland mit Hilfe modernster Technologien und durch einen hohen Automatisierungsgrad ihre Position erheblich verbessern. Dabei soll die Expansion nicht nur mit der Preiswertmarke 1-2-Fly vorangetrieben werden, sondern vor allem mit dem durch und durch dynamischen Veranstalter Discount Travel. Dieser verzichtet gänzlich auf Kataloge und ist darauf spezialisiert, täglich die Über­kapazitäten des Marktes abzugreifen und daraus neue preisgünstige Produkte zu bündeln.

Mehr Kundenorientierung und Effizienz

Effizienter will TUI auch beim Service werden. „Zwar sind wir heute schon in der Gunst der Kunden und Reisebüros auf Platz 1, wie wir aus vielen Marktforschungs­studien wissen. Gleichwohl sehen wir auch auf diesem Feld weiteres Verbesserungspotential. Wir können in vielen Bereichen die Bedürfnisse von Kunden und Reisebüros passgenauer treffen und trotzdem kostengünstiger arbeiten“, ist der TUI Deutschland-Chef überzeugt. Eine wesentliche Maßnahme ist dabei die Zentralisierung und Neuausrichtung der Service-Einheiten in einem zentralen Support Center. „Wir wollen schneller und besser beraten und betreuen“, sagte Böttcher. Dafür werde auch eine Art „Reise-Wiki“ aufgebaut, eine virtuelle Wissensdatenbank für Reisebüros, wodurch die Zahl der Nachfragen von Agenturen deutlich verringert werden dürfte.

Sichtbare Serviceverbesserungen sind auch im Zielgebiet geplant. Die Zufriedenheit der Kunden soll beispielsweise dadurch erhöht werden, dass noch mehr Reklamationen gleich an Ort und Stelle durch Kulanz geregelt werden. Zu diesem Zweck soll die sogenannte ZAK-Quote (= Zügige Abhilfe und Kompensation) von heute 78 Prozent auf künftig 90 Prozent erhöht werden.

Mit Betriebsrat auf sozialverträglichen Stellenabbau verständigt

Im Rahmen von GET 2015 wird aktuell in über 50 Modulen daran gearbeitet Wachstumsfelder zu erschließen, die Kundenorientierung weiter zu verbessern sowie die Effizienz zu erhöhen und die Kosten zu senken. Während in wachsenden Bereichen wie etwa den „neuen Hotelkonzepten“ zusätzliche Stellen geschaffen werden, fallen in nahezu allen anderen Bereichen Funktionen weg. Unternehmen und Betriebsrat haben sich auf einen möglichst sozialverträglichen Interessen­ausgleich verständigt, wonach insgesamt rund 400 Arbeitsplätze bei der TUI Deutschland und etwa 150 Stellen bei der TUI Vertriebs- und Service GmbH ( Callcenter, Flughafenstationen und Logistik ) entfallen werden. Die Anzahl der Mitarbeiter, die tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren, wird allerdings kleiner sein. Durch einen frühzeitigen Einstellungsstopp wurden freie Stellen nicht mehr nachbesetzt. Diese Planstellen werden nun gestrichen. Außerdem laufen viele Befristungen aus. Dennoch ist auch ein Personalabbau durch betriebsbedingte Kündigungen nicht ganz zu vermeiden.

Ebene der Geschäftsbereichsleiter entfällt

Teil der strukturellen Reorganisation der TUI Deutschland ist auch eine flachere Management-Hierarchie. So entfällt die Ebene der Geschäftsbereichsleiter gänzlich. Der bisherige Geschäftsbereichsleiter Fern- und Mittelstreckentouristik, Dr. Oliver Dörschuck, wird zum touristischen Geschäftsführer bestellt. Er hat sich nicht zuletzt durch seine federführende Rolle bei der Entwicklung von GET 2015 für diese neue Aufgabe qualifiziert. Darüber hinaus wird die Position des Vertriebs- und Marketing-Geschäftsführers geschaffen und mit Dr. Bernd Schmaul besetzt, der die gleiche Position zuletzt bei Europcar Deutschland innehatte und zuvor als Marketing-und Vertriebs-Geschäftsführer von TUIfly tätig war.

Ziel: Führend in allen Vertriebskanälen

Das Zukunftsprogramm ist der Fahrplan für die Unternehmensentwicklung bis 2015 und hat ein klares strategisches Ziel: „TUI ist künftig der mit deutlichem Abstand kundenorientierteste Reiseveranstalter Deutschlands. Kein Anbieter erfüllt die Wünsche der Kunden besser als wir – sowohl für den anspruchsvollen Gast als auch für den Schnäppchenjäger. Überdies ist TUI in vier Jahren führend in allen Vertriebskanälen“, so Böttcher weiter. Neben einem signifikanten Umsatzwachstum erwartet der TUI Deutschland-Chef eine steigende Umsatzrendite.

Zur Information : Bei der TUI Deutschland GmbH sind rund 2.100 Mitarbeiter am Standort Hannover beschäftigt. Bei der TUI Vertriebs- und Service GmbH arbeiten rund 650 Mitarbeiter.

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