Hannover, London, 8. Dezember 2016

TUI Group schliesst Geschäftsjahr 2015/16 sehr erfolgreich ab

Reisen, Hotels und Kreuzfahrten: operatives Ergebnis wächst um 14,5 Prozent1

  • Einschliesslich zum Verkauf stehender Spezialisten-Sparte Travelopia Wachstum von +12,5 Prozent1
  • Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen: „TUI ist in guter Verfassung. Unser Geschäftsmodell ist robust, Umbau und Transformation auf Kurs, das Ergebnis wächst zweistellig“
  • Aufsichtsrat und Vorstand wollen Dividende von 0,63 Euro je Aktie vorschlagen (Vorjahr 0,56 Euro)
  • Prognose für Ergebniswachstum wird verlängert: bereinigtes EBITA 2016/17 soll mindestens um 10 Prozent1 steigen und um durchschnittlich mindestens 10 Prozent1 pro Jahr bis einschließlich 2018/19
  • TUI UK & Irland, Region West, RIU und Kreuzfahrten mit starker Entwicklung im Berichtszeitraum
  • Konzernumsatz steigt auf Basis konstanter Wechselkurse um 1,4 Prozent auf 17,76 Milliarden Euro

Fokus auf das Kerngeschäft, Investitionen in Wachstumsmärkte und eine deutliche Ergebnisverbesserung1 zeichnen die TUI Group auch im erfolgreich abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015/16 aus. Die selbstgesteckten Ziele beim operativen Ergebnis (bereinigtes EBITA) wurden trotz zahlreicher geopolitischer Herausforderungen und Krisen übertroffen. Der weltweit führende Touristikkonzern mit Sitz in Hannover weist ein operatives Ergebnis von 1,001 Milliarden Euro aus (Vorjahr 953 Millionen Euro) – ohne Berücksichtigung der Spezialisten-Sparte Travelopia, die wie angekündigt zum Verkauf steht und als aufzugebender Geschäftsbereich geführt wird. Auf Basis konstanter Wechselkurse beträgt der Anstieg 14,5 Prozent auf 1,092 Milliarden Euro, mit Wechselkurseffekten fünf Prozent. Einschließlich Travelopia stieg das bereinigte EBITA auf 1,126 Milliarden Euro. Auf Basis konstanter Wechselkurse ergibt sich auch hier ein deutlicher Anstieg des operativen Ergebnisses um 12,5 Prozent, mit Wechselkurseffekten um 2,9 Prozent.

TUI hatte im Dezember 2015 für die nächsten drei Geschäftsjahre bis 2017/18 beim operativen Ergebnis ein Wachstum von durchschnittlich mindestens zehn Prozent1 pro Jahr in Aussicht gestellt. Mit der Vorstellung der Zahlen kündigt der Vorstand an, die Ergebnis-Prognose um ein weiteres Geschäftsjahr bis 2018/19 zu verlängern.

Der Vorstandsvorsitzende der TUI Group, Fritz Joussen, erklärt zur Vorstellung der Jahreszahlen: „TUI ist in guter Verfassung, der Kurs ist auf Wachstum ausgerichtet. Wir sind stark in Europa, setzen die Expansion bei eigenen Hotels insbesondere in Mexiko und in der Karibik fort und wollen langfristig auch von der Wachstumsdynamik in anderen Regionen der Welt profitieren, wo wachsende Mittelschichten das Reisen für sich entdecken. Die TUI-Marke ist stark, so dass sie international weiter Potenzial bietet. Wir investieren in die wachstums- und margenstarken Geschäftsfelder Hotels und Kreuzfahrten und setzen die 2014 eingeleitete Transformation der TUI konsequent fort. Unsere Ergebnis-Prognose verlängern wir bis 2018/19 und wollen auch in den drei kommenden Geschäftsjahren durchschnittlich um mindestens zehn Prozent1 pro Jahr beim operativen Ergebnis wachsen.“ Er betonte zudem, dass sich die 2014 eingeleitete Transformation vom Reiseveranstalter und Händler, zum Designer, Entwickler und Betreiber von Urlaubskonzepten, Hotels und Kreuzfahrtschiffen mit einem starken Vertrieb auszahlt. Diese Felder bieten höhere Margen als das reine Handelsgeschäft. Joussen erklärte: „Der Vorstand sieht sich in seiner Strategie bestätigt. Durch die Transformation schaffen wir eine neue TUI: Einmalige Urlaubserlebnisse für unsere Gäste, mehr Wert für unsere Aktionäre und international attraktive Perspektiven für unsere Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern.“

Dividende: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen 0,63 Euro je Aktie vor
Die Entwicklung der Dividende der TUI Group ist an die bereinigte Ergebnisentwicklung des Konzerns auf Basis konstanter Wechselkurse gekoppelt. Zusätzlich wird für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Bonus auf die Basisdividende des letzten Jahres (0,51 Euro) von 10 Prozent gezahlt. Das starke Ergebniswachstum um 14,5 Prozent1 im abgelaufenen Geschäftsjahr und der zusätzliche Bonus von 10 Prozent auf die Basisdividende ergeben eine Dividende von 0,63 Euro je Aktie. Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden dies der Hauptversammlung am 14. Februar 2017 vorschlagen.

Ausblick TUI Group: Prognose für Ergebniswachstum erweitert – weitere Transformation des Konzerns
Die TUI Group hält Kurs, das profitable Wachstum nachhaltig fortzusetzen. Nach dem Verkauf der Hotelbeds Group und der eingeleiteten Veräußerung der Spezialisten-Sparte Travelopia konzentriert sich der Konzern auf die weitere Transformation zu einem integrierten Touristikunternehmen mit Schwerpunkt auf Hotels und Kreuzfahrtaktivitäten. Fritz Joussen: „Trotz der anhaltenden geopolitischen Krisen und der makroökonomischen Herausforderungen haben wir uns vom Trend der Branche absetzen und ein sehr starkes Ergebnis erzielen können. Unser integriertes Geschäftsmodell und die konsequente Transformation des Konzerns mit Fokus auf die eigenen Hotel- und Kreuzfahrtmarken zahlen sich zunehmend aus.“

Entwicklung des Segments Touristik im Berichtszeitraum
In der Touristik waren der Quellmarkt TUI UK & Irland, die Region West und die Segmente Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten die Wachstumstreiber und erzielten deutliche Ergebnisanstiege.

Die Region Nord (UK & Irland, Nordische Länder, Kanada, Russland) profitierte vom Quellmarkt TUI UK & Ireland, der ein starkes Ergebnis erzielte. Die Gästezahlen stiegen hier im Berichtszeitraum um vier Prozent. Sowohl die Auslastung der Kapazitäten als auch die Margen wurden verbessert. Darüber hinaus hat die englische Tochter Thomson Cruises mit der TUI Discovery ein neues Kreuzfahrtschiff in Betrieb genommen. Die zurückhaltende Nachfrage für die Türkei zeigt sich dagegen im Ergebnis der nordischen Länder. Ein Großteil des Programms wurde durch alternative Urlaubsziele aufgefangen, der Nachfragerückgang konnte aber nicht vollständig ausgeglichen werden. Darüber hinaus enthält das Ergebnis der nordischen Länder Vorlaufkosten für die Umstellung auf die Marke TUI. Das bereinigte operative Ergebnis der Region Nord stieg auf 556 Millionen1 Euro (Vorjahr: 538 Millionen Euro). Einschließlich Wechselkurseffekt lag das bereinigte EBITA bei 461 Millionen Euro.

Im Quellmarkt Deutschland haben sich die herausfordernden Marktbedingungen fortgesetzt, die rückläufige Nachfrage für die Türkei hat die Margen der Region Zentral (Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen) belastet. Gleichzeitig konnten in Deutschland aber weiter Einsparungen durch Restrukturierungen realisiert und Marktanteile gewonnen werden. Zudem erhöhte sich der Anteil des Direktvertriebs auf 45 Prozent (+2 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr), der Online-Vertrieb stieg auf 14 Prozent (+1 Prozentpunkt gegenüber Vorjahr). Das Ergebnis der Region lag bei 89 Millionen Euro1 (Vorjahr: 103 Millionen Euro) einschließlich der Folgen der Entscheidung der EU Kommission hinsichtlich bestimmter früherer Vereinbarungen der Hapag-Lloyd Express GmbH mit dem Flughafen Klagenfurt/Österreich. Außerdem ist ein Teil der Auswirkungen der unerwartet hohen Zahl an Krankmeldungen des Personals bei der TUI fly berücksichtigt.

Das Ergebnis der Region West (Niederlande, Belgien, Frankreich) war gekennzeichnet von einer positiven Entwicklung in Frankreich. Dort wurden Erfolge bei der Restrukturierung verzeichnet. Darüber hinaus profitierte Frankreich von neuen Angeboten mit geringerem Fokus auf nordafrikanische Destinationen. Gleichzeitig entwickelte sich auch der Quellmarkt Niederlande nach der sehr erfolgreichen Einführung der Marke TUI im Oktober 2015 extrem positiv. Die Kundenzahl in den Niederlanden stieg um 3 Prozent, der Direktvertrieb kletterte auf 71 Prozent, der Online-Vertrieb auf 50 Prozent. Insgesamt lag das bereinigte operative Ergebnis der Region West mit 86 Millionen Euro über dem Vorjahreswert (69 Millionen Euro).

Für alle Regionen zusammen lag der Umsatz auf Basis konstanter Wechselkurse mit 15,99 Milliarden Euro1 über dem Vorjahreswert (15,80 Milliarden Euro), das bereinigte EBITA wurde auf 731 Millionen1 Euro verbessert (Vorjahr 711 Millionen Euro) – einschließlich der Währungseffekte lag das bereinigte operative Ergebnis mit 635 Millionen Euro um 10,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Hotels & Resorts: operatives Ergebnis +22,5% - Wachstum durch RIU
Im Segment Hotels & Resorts war die Kernmarke RIU hauptverantwortlich für die starke Entwicklung. Die RIU Hotels verbesserten die Auslastung um 4 Prozentpunkte bei gleichzeitiger Erhöhung der Kapazitäten um 1 Prozent. Ingesamt profitierte der Bereich von der vertikalen Integration des Konzerns, es konnten 20 Millionen Euro zusätzlich durch eine Verbesserung der Auslastung erreicht werden. Das bereinigte EBITA des Segments wurde im Berichtszeitraum auf 287 Millionen Euro (Vorjahr: 235 Millionen Euro) gesteigert. Das entspricht einem Plus von 22,5 Prozent. Auf Basis konstanter Wechselkurse ergibt sich sogar ein Anstieg auf 291 Millionen Euro. Der Umsatz des Bereichs wuchs um 7,6 Prozent auf 619 Millionen Euro (Vorjahr: 575 Millionen Euro).

Kreuzfahrten bleiben Wachstumstreiber und werden weiter ausgebaut
Gleichzeitig bleiben Kreuzfahrten ein starkes Wachstumssegment für den TUI Konzern. Die Kreuzfahrtaktivitäten verzeichneten im abgelaufenen Geschäftsjahr ein deutliches Ergebniswachstum. Bei TUI Cruises war die „Mein Schiff 4“ das erste volle Jahr in Betrieb, im Sommer 2016 wurde die Flotte um den Neubau „Mein Schiff 5“ erweitert. TUI Cruises erhält im laufenden Geschäftsjahr die „Mein Schiff 6“ und in den Jahren 2018 und 2019 werden zwei weitere neue Kreuzfahrtschiffe in Dienst gestellt. Hapag-Lloyd Cruises konnte nach dem Turnaround im vergangenen Geschäftsjahr ein Ergebniswachstum um 17 Millionen Euro verbuchen. Die Durchschnittsrate wurde um 8 Prozent gesteigert. Die Modernisierung der Flotte der Hapag-Lloyd Cruises mit zwei neuen Luxus-Expeditionsschiffen erfolgt 2019. Der Kreuzfahrt-Bereich steigerte das bereinigte EBITA deutlich auf 130 Millionen Euro (Vorjahr: 81 Millionen Euro).

Konzernumsatz steigt +1,4 Prozent
Der Gesamtumsatz2 des Konzers ist im Berichtszeitraum auf Basis konstanter Wechselkurse um 1,4 Prozent auf 17,76 Milliarden Euro angestiegen (Vorjahr: 17,52 Milliarden Euro). Einschließlich der Wechselkurseffekte lag der Konzernumsatz mit 17,18 Milliarden Euro um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. 

Weitere Synergien des Zusammenschlusses werden gehoben
Im Geschäftsjahr 2015/16 wurden weitere Synergien gehoben, die im Rahmen des Zusammenschlusses Ende 2014 angekündigt worden waren. Im Berichtszeitraum wurden Synergien in Höhe von 60 Millionen Euro realisiert. 30 Millionen Euro davon entfallen auf die Verschlankung von Konzernstrukturen, 20 Millionen Euro wurden mit verbesserten Kapazitätsauslastungen erreicht und 10 Millionen Euro wurden durch die Umstrukturierung im Bereich der Dienstleistungen in den Zielgebieten realisiert. Der Konzern geht davon aus, die noch verbleibenden 20 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 zu heben.



1 auf Basis konstanter Wechselkurse
2 fortzuführende Bereiche ohne Hotelbeds Group und ohne Travelopia